In einem alten Kaffeehaus in der Innenstadt saß Franz. Er sah in die Menge. Wo bist du Geliebte, fragte er sich. Der Kellner nahm die Bestellung auf, ging und brachte. Franz trank. Er aß. Er ging aufs Klo. Er las Zeitung. Die Leute unterhielten sich. Der Abend nahte. Das ist ein Kaffeehaus, wie man es sich vorstellt, dachte Franz. Am Gehsteig hinter dem Fenster ging jemand vorbei. Von der Decke hing ein Schirm. Darin hing eine Glühbirne und leuchtete. Der Kellner ging zu einem Tisch und brachte Tee und Kuchen. Die Türe des Kaffeehauses öffnete sich und jemand trat ein. Vor ihm zog eine Frau ihren Mantel an, bezahlte und ging. Die Leute unterhielten sich. Franz musste lachen. Er erinnerte sich an ein lustiges Gesicht, das ihm einmal begegnet war. Ein Kind lief um einen Tisch und wurde ermahnt. Franz ging wieder aufs Klo und kehrte zu seinem Platz zurück. Auch danach wusste er nicht, wo seine Geliebte war, doch er fühlte sich sehr verabredet.
Franz unterwegs
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Im Gras
Ein Stamm ragt in die Höhe, daran anschließend eine Krone, eine Wucht von Geäst. Darunter ein Mann, der seitlich im Gras liegt. Weich ist dieses Gras, ich bin dieser Mann. In meinem Blickfeld eine Menge Blumen. Schön zu sehen, wie sie verstreut wachsen. Einige Farben kann ich aufzählen. Danach ein Schlaf von großer Tiefe. Endlich ein Luftzug aus dem Gras. Wie Halm für Halm hier seinen Platz gefunden hat. Schön auch, wie einem die Übersicht fehlt. Ein Feldhase dort drüben? Kann schon sein. Ganz nahe ist Bewegung beim Klee. Einmal noch genau hinsehen. Etwas läuft. Eine Ameise, schnell im Alltag. Eine Wurzel, unter meinem Körper? Ja, wieso nicht. Bei den Gräsern zu liegen macht mutig. Sie biegen sich im Wind. Auch ich möchte hier profitieren. Doch ich bin nur die Richtung. Fragt mich nicht, warum.
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Der Schläfer
Es sollte kein langer Tag werden, an dem Franz letztens erwachte. Er stand auf und wusch sich. Danach legte er sich hin und schlief ein. Franz stand auf, aß ein Brot und drehte das Radio auf. Geigen spielten, Franz aß. Auf einmal überkam ihn eine große Müdigkeit. Er legte sich auf die Couch und drehte sich zur Wand. Hihi, schrie er. Jemand kitzelte ihn am Fuß. Wie heißen Sie, fragte er. Sigismund, sagte der Mann. Er legte sich zu Franz und schob ihn noch näher zur Wand. Ich bin müde, sagte der Mann. So schliefen sie beide ein. Als Franz erwachte, war der Mann fort. Franz ging in die Küche und sah, dass sein Brot nicht mehr am Tisch lag. Ein netter Kerl, sagte Franz. Geht mit meinem Brot fort. Hinterlässt nichts. Wer weiß, ob er wieder kommt. Ausziehen sollte ich, dachte er. Ganz neu anfangen. Pläne schmieden, dass es funkt. Franz ging zum Fernseher. Er zippte. Eine große Müdigkeit überkam ihn. Er ging zum Bett. Da sah er den Mann unter seiner Decke. Ich bin müde, sagte Franz und legte sich vorsichtig zum Schläfer.
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Am Himmel
Franz blickte auf. Er sah schwarz. Seicht ist der Himmel, dachte Franz. Einen Ballon möchte ich besteigen, wenn ich alt bin, dachte er, und verloren gehen. Davor aber möchte ich gefunden werden. Hoch werde ich steigen, tief ist das Leben.
Dieser Himmel steht der Stadt, dachte er, während ein Sternenhimmel einem leeren Land steht. Franz freute sich über seine Sätze. Doch was tun mit diesem Abend? Er stand auf einer Parkbank und rauchte. Er sprang herunter und rauchte. Er schmiss die Zigarette in die Höhe. Als sie landete war er längst abgewandt. Mit den Händen in den Hosentaschen verschwand er. Wie ein Flüchtiger schlich er um die Häuser. Jederzeit bereit, erreicht zu werden. -
Flieder
Ich dachte mir, jetzt riechst du den Flieder, befand mich aber im Spätherbst. Ich sagte mir, ich erinnere mich riechend und einmal schon roch ich einen Garten nach dem Regen, was mir damals derartig einfuhr, dass ich die Augen aufriss. Doch dann schloss ich sie wieder, denn ich lag im Bett und wollte, dass mich der Schlaf holt. Ich ging weiter und traf einen ehemaligen Lehrer. Wir spazierten ein Stück und plauderten. Ich verabschiedete, mich und bog ab. Hier verschwindest du, sagte ich.
Das andere Mal als ich den Flieder roch, betrat ich gerade die Straßenbahn und stellte meinen Koffer ab. Ich musste noch einmal aussteigen, da fuhr die Straßenbahn ab. Ich musste noch einmal aussteigen, um meinen zweiten Koffer zu holen. Ein Freund kam mir entgegen und ich erklärte ihm, was ich vorhatte. Was ich vorhatte, war, zu warten, bis jene Straßenbahn, die mein Gepäck durch die Stadt fuhr, hier wieder halten würde. Mein Freund sagte, das Gepäck sei verloren. Seine kleinen Augen sahen mich traurig an und traurig sah ich dahin, wo die Straßenbahn verschwand. Hier verschwindet sie, sagte ich. Mein Freund verabschiedete sich und ging fort.
Das dritte Mal als ich den Flieder roch, holte ich eine Freundin am Bahnhof ab. Aus dem Zug stieg die Freundin. Sie kam auf mich zu, ich nahm ihr den Rucksack ab und danach sie in die Arme. Wir gingen um eine Ecke und sie erzählte mir von der Zugfahrt. Hier verschwinden wir, sagte ich. Sie lachte und dann lachte auch ich. Wir gingen eine steile Straße bergauf, öffneten eine Türe, die in das Haus führte, in dem ich wohnte.
Das waren drei Geschichten. Eine anders als die andere. Seit langem habe ich nun keinen Flieder mehr gerochen. Mir fehlt dieser Duft. Ich habe große Lust ihn zu riechen. Vielleicht wird es bald soweit sein. Erzwingen lässt sich nichts. Traurig ist mir jetzt zumut. Ich möchte Wein trinken und an eine verschneite Landschaft denken. -
Mein guter Freund Z.
Mein guter Freund Z. ist verschwunden. Er scheint nicht mehr auf der Welt zu sein. Das verändert eine Freundschaft.
Einmal verließen wir gemeinsam das Universitätsgebäude. Ein wenig Schnee lag auf den Straßen. Ein leichter Wind kam uns entgegen. Seine Freundin sollte ihn hier abholen und so warteten wir zusammen. Stiegen vor Kälte vom einen Fuß auf den anderen. Rot liefen unsere Gesichter an. Die Freundin kam und wir unterhielten uns. Ich wurde angerufen und wandte mich ab. Als ich zurückkehrte, war er längst in den Armen seiner Freundin, von der er mir schon einiges erzählt hatte, die ich nun das erste Mal gesehen habe und die ihn nun zu sich drückte, bevor sie ihn wieder losließ und sie gemeinsam fort gingen. Ich frage mich wohin sie gingen, doch finde ich keine Antwort. -
Der schöne Besuch
Ich wohne in guter Umgebung. Nun die Begründung. Lang gezogene Hügel senken sich zu einem tiefgrünen Wald hin. Weite Felder mit unterschiedlichem Getreide wechseln einander ab und grenzen an fleißig gemähte Wiesen. Der Kukuruz wächst hoch hinaus, die Gerste ist kräftig und weich, wenn ihre Ähren blühen. Geht man dem Wald von südlicher Richtung entgegen, erblickt man zu seiner Linken die Anfänge eines Gebirges. Erst nachdem man ihn durchschritten hat, wird einem das ganze Ausmaß bewusst. Allerlei Empfindungen werden einen durchjagen. Ich wünschte, ich selbst könnte hier auf Besuch kommen.
Auf Besuch kam eine schöne Frau. Wir gingen durch den Wald. Sie ging zuerst hinein, ohne mich dabei an der Hand zu nehmen. Daraufhin verloren wir uns und ich rief nach ihr. Ich sah nicht genug, um zu wissen wo ich war. Dichter wurde der Nebel. Bald war sie wieder neben mir und wir gingen, wie man nur zu zweit gehen kann. Wir gingen im gleichen Tempo, sodass niemand zurückblieb. Ich zeigte ungeduldig auf die Dinge, die aus dem Nebel auftauchten. Ich zeigte auf den Vogel auf der Schneestange und da war er schon weg und wir sahen ihn nie wieder. Da traten riesige Bäume hervor, wie zur Begrüßung. Das Wintergras lag flach auf den Feldern. Wir mussten lachen, die vielen Wege ohne Mündung.
Später lagen wir im Zimmer vor den weißen Fenstern. Wir beide hörten nur uns. Vielleicht rannten jetzt die Rehe durch den Wald. Noch lagen wir unter der Tuchent und flüsterten zwischen unsere Blicke. Wir lagen nackt und umschlungen, als müssten wir gemeinsam untergehen.