Franz saß auf einer Gehsteigkante. Er dachte an rot, dachte an eine Wüste. Ein paar blutige Aasgeier überfliegen die Dünen und stürzen ab. Stürzen einer nach dem anderen ab. Ein Wind kommt auf und Sand überdeckt das Aas. Die Nacht bricht ein. Kalt wird es in der Wüste. Franz gähnte. Was sagt uns das über diesen Mann? Möchte er verreisen? Er blickte in die Autos, die vor der Ampel warteten. Er stand auf und überquerte die Straße. Jemand rief ihn an und auf der anderen Seite hob er ab. Franz wurde zum Essen eingeladen und er sagte zu. Niemand kocht gerne für sich allein sowie niemand gerne alleine von sich bekocht wird.
Franz unterwegs
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Am Spielplatz
Bei der Trinkwasserpumpe traf ich ein Kind. Jung, schwarze Haare, kleiner Wuchs. Wir verstanden uns. Abwechselnd pumpten und tranken wir. Nach einer Weile aber gab es kein Interesse mehr von seiner Seite. Alleine an der Pumpe zurückgelassen fand ich mich inmitten von Eltern wieder. Ich erkannte nun, ich war auf einem Spielplatz. Da saß ich schon auf einer Schaukel, angestoßen von einer Mutter, die das Kind am Buckel hatte.
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Freuden
In dieser heißen, aus südlichen Wüsten hergewehten und nun hier aufgestauten, Luft ging ich entlang der Röslein spazieren. Ich musste diesen Weg nehmen, um an den Baumplatz zu gelangen.
Der Platz war von einem breiten Ahornbaum verdunkelt. Ich freute mich auf das im Schatten Niedersinken, auf das Vorbeigehen der Leute, ich freute mich auf das Abnehmen des Hutes.
So ging ich meinen Weg. Ich bewegte mich vorsichtig, wie man mit angezogenen Bremsen Rad fährt. Angekommen, sank ich im Schatten des Hochgewachsenen nieder. Lieber Baum, sei hold zu mir, sagte ich. Die Leute gingen vorbei. Zum Hut griff ich vergeblich. Ich war doch kein Hutträger gewesen, wie ich auch heute kein Hutträger bin. -
Mein guter Freund X.
Ich war mit meinem guten Freund X. zu Besuch auf einem Konzert. Wir tranken einige Gläser. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Ich ließ mir erzählen, dass er auf einer steilen Wanderung umgefallen und nicht mehr aufgestanden sei. Ich glaubte nicht, was ich hörte. Er war kein Wanderer gewesen, kein Spaziergänger, er war überhaupt kein Geher gewesen. Was lockte ihn nur in die Berge? Oft waren wir beisammengesessen, nicht werde ich ihn wieder sehen. Oft denke ich zurück und noch heute glaube ich nicht, was ich hörte.
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Die Nachbarin
Durch das Fenster sah ich die Nachbarin. Vor zwei Tagen war ich eingezogen. Ich habe schon die Wände gestrichen und die Böden geputzt. Im Badezimmer habe ich ein Handtuch gefunden. Darauf bin ich beim Ausmalen gestanden. In der Abwasch habe ich einen Teller gefunden. Darauf habe ich meinen Pinsel abgelegt.
Ich stand am Fenster und stocherte zwischen meinen Zähnen nach Essensresten. Ich aß, was ich fand. Die Nachbarin stand in ihrer Eingangstüre. Sie band sich die Haare zusammen, machte ein paar Schritte und schnitt an ihren Pflanzen in einem Blumenbeet. Sie stand weit nach vorne gebeugt. Ein Blatt führte sie an ihrer Nase. Ich aß meinen Zahnstocher.
Ich ging aus der Wohnung, um mir den Keller anzusehen. Im Keller war ein Mann. Er stellte sich vor und schenkte mir eine Flasche Wein. Im Hinaufgehen fragte er mich, was ich von der Nachbarin hielte. -
Der Sessel
Der Sommer hatte das Seinige getan. Franz lag auf der Couch und sah fern. Eine der letzten Motten flog durch sein Wohnzimmer. Franz aß sein Abendbrot. Er ging zum Fenster und stützte sich aufs Fensterbrett. Langsam öffnete er die Flügel. Ins Gesicht strömte ihm kalte Luft. Im Gesicht fand er noch etwas Brot. Er warf es aus dem Fenster. Keine Wärme ist zu halten, dachte Franz. Von der Nachbarswohnung dröhnte der Fernseher. Franz nahm einen Sessel und stellte ihn vor sich. Franz stützte sich auf die Lehne. Zwischen dem Fenster und Franz stand ein Sessel.
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Am Boden
Franz lag am Boden seines Wohnzimmers. Ihm war erzählt worden, dass, liege man eine Zeit lang regungslos da, die Körpergrenzen verschwimmen würden. Im Fernsehen liefen die Nachrichten. Wild geht es zu in der Welt, dachte Franz. Wie lange noch, fragte Franz. Ihm war nicht gemütlich am Boden. Sein Herz klopfte zu schnell. Im Türrahmen stand eine Person. Hallo, sagte Franz. Möge ich still liegen bleiben, sagte sich Franz. An seinen Haarwurzeln begann es zu jucken. Hallo, sagte Franz.
Franz spielte internationale Dartsturniere. Franz war am Podium einer intellektuellen Veranstaltung. Franz war Torhüter im Endspiel. Wie lange noch, fragte Franz. Er wusste nicht mehr, wo sein Bein aufhörte. Wo hört es auf Bein zu sein, fragte Franz. In seinem Hals wurde es trocken. Ein Wasser bitte, sagte Franz. Die Person im Türrahmen bewegte sich nicht. Möchten Sie etwas trinken, fragte Franz. In seinem Ohr tönte es. Die Nachtrichten liefen. Sein Handy läutete. Franz wusste nicht mehr, wer ihm davon erzählt hatte. Er wusste, wenn er jetzt aufstehen würde, es würde nie mehr so sein, wie es einmal gewesen war. -
Das Familienfest
Am Familienfest standen sich die Biertische gegenüber. Einige Besucher saßen schon, andere gingen noch umher. Alle plauderten schon. Alle sonnten sich. Sie hielten ihr Gesicht so nahe zum Himmel wie möglich. Ein paar Katzen lagen im Gras.
Der Kaffee wurde serviert. Ich saß am Ende einer Biertischbank, richtete mich auf und ging. Dort standen ein paar junge Bäume, dort stand ein Fußballtor. Dort lag ein flacher Stein, ich setzte mich darauf. Ich erkannte die Schatten der Verwandten, sie bewegten, überschnitten sich. Dann schien mir die Sonne auf die deckenden Lider.
Aus den Gesprächen heraus klang Musik. Ein Flötenspieler kam mir entgegen und legte mir seinen Hut zu Füßen. Seine Flöte sprach ausschließlich vom Frühling. Sie war sehr lang und reichte mir fast bis zum Gesicht. Der Flötenspieler unterbrach sein Lied. Eine Pause, die ich dazu nutzte, mich ernsten Schläfer zu wecken. -
Liebte
Ich war sehr verliebt. Sie lebte in der Provinz. Wir saßen in ihrem Zimmer. Sie war von mir angetan und ich dachte, dass ich sie sehr liebte. Ich meinte, dass ich besorgt wäre, da ich in der Stadt lebte. Sie meinte, das auszusprechen wäre überflüssig gewesen, da ich Augen hätte, die das sagten und ich sagte, das könne ich nicht wissen. Ich sagte, dass ich ihr schreiben und schon den nächsten Zug am Freitag Nachmittag in ihre Richtung nehmen würde. Ich wiederholte, der Zug wird mich in deine Richtung führen. Sie schwieg und es klopfte an der Türe. An der Türe hing ein Plakat, das einen Musiker zeigte. Der Musiker bewegte sich. Sie ging zur Türe, öffnete sie einen Spalt weit und sprach in den Vorraum. Sie schloss die Türe. Sie stand in der Mitte des Raums und öffnete ihr Gewand. Ich stand am Fenster und dachte, dass ich sie sehr liebte.
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Parkbank IV
Den Park betrat ich am frühen Abend. Die Kastanienblätter hatten bereits rostbraune Ränder. Ich ging eine Allee hinab, wie nur Alleen hinab gegangen werden. Danach saß ich auf einer Bank mit dem Arm auf der Lehne. Ich saß, als ob ich jemanden einladen wollte, sich zu mir zu setzten. Ich wollte.
Das ist ein früher Abend im Park, dachte ich. Die Allee füllte und leerte sich. Dann füllte sie sich wieder. Ich ging zu einem Wasserspender aus dem es tropfte. Ich hielt meinen Mund darunter und wartete. Es tropfte. Es wurde Abend.
Dieser Park hat etwas Dunkles, dachte ich, doch ich habe eine Robustheit, das auszuhalten. So stand ich robust vor dem Wasserspender.
Wenn Sie einmal vorbeikommen, finden sie mich vor Ort.