„Ich war schon wieder altmodisch mit mächtigem Kragen in der Tiefgarage. Beim Schnürsenkel binden endgültig die Balance verloren. Aber dann kam schon Peter mit den Sticks.“ Fronius hörte mir nicht zu, er hatte seine Kopfhörer über den Ohren und summte eine einnehmende, fröhliche Melodie.
Fronius
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Die Teefrage
„Was passiert“, so Fronius, „wenn man Tee trinkt? Genauer, wenn man Nieren-Blasen-Tee trinkt, jedoch ohne Beschwerden, ohne Nieren- und auch ohne Blasenbeschwerden?“ „Sag du es mir, mein lieber Alkoholiker“, so ich mit fantastischer Laune. „Willi Dungl lacht“, so Fronius. „Weiß du wie Willi Dungl lacht?“ „So sag du es mir doch, wenn ich es schon nicht weiß“, so ich. „Laut lacht er“, so Fronius, „und herzhaft.“
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Das Frühstück
„Wenn da nicht wieder der Urinstein zum Vorschein kommt, von dem letztens die Rede war.“ „Fronius schweig doch, ich sitze unter Rosen wie du siehst und esse ein, zwei Honigbrote, wenn‘s hoch kommt ein drittes.“ „Stichwort Zahnarzt“, so Fronius, „Stichwort lauthals.“ „Schleich dich“, so ich. „Jetzt nur nicht den Mut verlieren“, so Fronius, „Stichwort Notschlachtung, Stichwort Einbahnregelung.“
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Im Bad
Ich fand Fronius im Badezimmer vor, zuerst grinsend, dann laut auflachend. „Diese kleinen, zackigen, gelblich-weißen Stümpfe haben doch wieder einmal gar nichts dazu gelernt“, so Fronius. „Wie meinst du das?“ „In Reih und Glied“, so Fronius in den Spiegel, „sonst kommt die messerscharfe Seide und der grünlich Borstenstab mit den extra weichen Borsten, was so teuer ist beim DM.“
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Die Ansprache
Fronius zog frühmorgens los, wanderte durch die Wohnung und gab mir erst beim Blumengießen Gelegenheit einer Ansprache. „Du bewegst dich wendig und gerätst nie zu nahe an die Fenster, die beiden Kommoden behandelst du anständig, du weißt, wie man an einer Abwasch vorbeigeht und nicht zu lange in eine Obstschale schaut. Und doch landest du immer am selben Ausgangspunkt, kehrst immer zurück wie ein geschlagener Hund. Du bemühst dich um eine gute Miene, was ich vergnüglich finde, aber ich sehe auch die Enttäuschung, den Wunsch nach Sprengung und Freilegung neuer Verbindungen. Du ziehst los und kehrst zurück, du speist, du duschst, du frisierst dich Fronius und kehrst wieder zurück. Sprenge uns frei Fronius, aber lass mir die rundlich Aufbackwecken in der eckig Brotlade.“
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Frühling
„Ich brich nieder“, so Fronius, „wir haben wieder Frühling“. „Einen Barbershop haben sie um die Ecke eröffnet“, entgegnete ich. „Die Frühlingslüfterl eine Wucht“, so Fronius. „Einen Gutschein in den Postkasten gesteckt haben sie“, informierte ich. „Auf was hinauf?“, so Fronius. „Wann hast du das letzte Mal deinen Kopf in die Hände eines Barbiers gelegt?“, fragte ich. „Bis wann musst du es wissen?“, so Fronius.
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Sonntag
Ich lag im Bett und atmete in tiefen Stößen. Fronius schnitt unter der Leselampe mit großem Buckel seine Nägel. „Begleitest du mich zur Wahl“, fragte ich Fronius. „Mach keine Spompanadeln, du Hirn“, erwiderte er. Schlüpfrig glitt ich in mein Sakko, danach stieg ich mit beiden Füßen in zwei seidig Hosenbeine. „Fronius, ich bin Gemeindebediensteter, Wahlaufseher, Fronius, ich bin gern gesehen.“ „Du Hirn“, so Fronius erneut, „du gewundenes Hirn.“
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Unter der Trauerweide
Fronius verkroch sich unter der Trauerweide, Nähe Döblinger Steg, zog die Beine an und legte beide Hände flach unter seinen Kopf. „Komnm doch her, du faules Stück Selchfleisch, ich habe heute Geburtstag“, so ich. „Wir wollten ins Grüne, du hast Leute eingeladen, eine Tafel reserviert, Fronius du hast herzhaft gebacken!“ Da nahm er mich mit Zangengriff am Genick, legte mich hinter sich und machte mich mit einigen schlingenden Bewegungen so richtig schön ruhig.
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