Ich war mit Fronius Richtung Müllverbrennungsanlage unterwegs. Er warf seine Kopfhörer in den Kanal, zwei Hunde gleich hintennach, ertranken rasch. Es war einer dieser blassen Wintertage. Fronius warf Schneebälle ans andere Ufer und traf eine vom Pensionistenheim mitten auf ihre Suppenteller-Brillen. Ich machte mich aus dem Staub und überließ Fronius dem Wortgefecht mit der Alten über die leichte Strömung, das Schwemmholz und zwei, drei Stockenten hinweg.
Fronius
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Die Verfolgung
„Kennst du Lake of Fire von Nirvana?”, so Fronius auf der Fahrradauffahrt der Brigittabrücke. „Mach doch kehrt“, schrie ich, du bist mit acht aneinandergeketteten Einkaufswägen am Weg ins Weinviertel und Polizeihubschrauber kreisen über dir, falls du es noch nicht bemerkt haben solltest.
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Die Rechnung
„5.60 €“, so die Marktverkäuferin in einem, wie soll ich sagen, doch recht ungünstigen Moment, so Fronius mir gegenüber kurz vor Sperrstunde Ecke Heinzelmanngasse. Hatte sich doch, so Fronius, eine lange Schlange mit ungeduldigen Leuten gebildet. Diese Rechnung, so dachte ich, geht nicht auf, so Fronius mir gegenüber Ecke Heinzelmanngasse.
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Der Kuss
„Wieder nur von Nagelwurzen ernährt heute“, so Fronius. „Am Abend dann weinerlich und nicht sorgfältig beim Abwasch. Dafür wieder mit dem jungen, aufstrebenden Wildschwein gekämpft. Wichtiger Etappensieg, dass ich mich nicht habe verjagen lassen von dem frechen Keiler. Und doch fragt mich die Chefin wie mein Wochenende war.“ „Schön und gut, Fronius, aber ich bin gerade kurz vor meinem ersten Kuss, bitte lass uns kurz allein, nimm zumindest eine andere Parkbank, wenn du schon in Sichtweite bleiben möchtest.“
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Der späte Nachmittag
Ich traf Fronius an einem späten Nachmittag. Er war wieder mit Einkaufswagen unterwegs, hatte seine Wasserflasche und Überziehjacke darin liegen. „Lass doch einmal den scheiß Einkaufswagen daheim, du blöde Sau!“, sagte ich Höhe Schwedenplatz.
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Der Satz
„Den folgenden Satz hast du noch nicht gehört“, so Fronius: „Dein ist mein Name.“ „Der Satz hat jetzt aufgehört“, so Fronius. „Eines muss man dir schon lassen“, sagte ich.
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Die Frage
„Kannst du mir die Bierkisten in den Einkaufswaagen heben?“, fragte mich Fronius. „Nein, Fronius, einfach nur nein.“ „Verstehe“, so Fronius überlegen.
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Kiesel
Fronius holte Kieselsteine aus seiner Unterhose in einem meiner nachdenklichen Momente, in denen ich so gerne einen fernen Punkt fixiere. „Warst wieder wild-baden oder wie?“, so ich und richtete mich mit beiden Händen auf den Kaffeehaustisch gestützt auf. Fronius schwieg. Hastig riss er den Arm in die Höhe, doch der Kellner bemerkte ihn nicht. Auch ich vermied jetzt seinen Blick. Indem ich so tat, als hätte ich nichts bemerkt, stellte ich mich auf seine Seite.
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Das Verbrechen
„Fronius, versteh mich nicht falsch, aber was hat dein Fingernageldreck in meiner Brotlade zu suchen, was deine Krankenakte in meinen Kreditbüchern? Ja, deine Frisur nimmt jetzt Form an und du hast dich im Umtopfen bewiesen. Ja, du liebst mich und hilfst mir beim Heckenschnitt, wenn meine Kraft nachlässt. Aber du kannst hier nicht länger wohnen. Du bist Schwerverbrecher Fronius, du hast mir allein letzte Woche zwei Messer in die Waden gesteckt.“
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Die Obstschale
„Fronius, jetzt wo du meine Passwörter geändert hast und über die Bettbezüge bestimmst, lass mich noch einmal etwas von der Obstschale kosten. Die Trauben hast du schön reingetan. Aber diese winzigen, verkorksten, sagen wir Brownies, verstehe ich nicht und auch nicht die zarten, rötlich schimmernden, ja, wenn nicht knotenartig, so doch in sich verworrenen, unnahbaren, wenn auch duftenden, so doch abseitigen, Würfelchen.“