Mein Freund W.

Mein Freund W. war keiner, der sich schnell zu etwas hinreißen ließ. Wenn er am Wochenende aus dem Haus ging, wusste er genau, wohin ihn seine Wege führen würden und davon ließ er sich nicht abbringen. Traf er einen Bekannten, erklärte er, dass er es eilig hätte, anstatt ein Gespräch zu führen. Manchmal ärgerte ihn das, doch so wichtig waren ihm seine Bekannten nicht.
Als man ihn letzten Sonntagabend von einer Straßenbahn niedergeführt neben den Gleisen fand, lag in seiner Hand eine Karte für einen Kinofilm und ein gültiges Ticket für die Wiener Linien. Eine Frau, die über ihn gebeugt stand, sah sich kurz sein totes Gesicht an. Dann eilte sie zu ihrem Begleiter, drei, vier Meter weiter.