Die Tochter des Nachbarn und mich verbanden zwei Dinge. Die Liebe zum Kino und die Liebe zur Suppe. Einmal, als sie die Post aus dem Postfach nahm, fragte ich, wann sie ins Kino ginge. Sonntag, sagte sie. Im Saal saß sie vorne und ich setzte mich daneben. Beim Abspann sagte ich, jetzt noch eine Suppe auf den Film.
Gerade recht, sagte sie über die Suppe gebeugt, und ich sagte auch: gerade recht. Später gingen wir Hand in Hand nach Hause und ich fragte mich, wer zuerst den Schlüssel ziehen würde.
Suppe mit Salz
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I
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II
Ich küsste die Tochter des Nachbarn mit der Zunge. Das war an einem Nachmittag im Stiegenhaus. Abends lud sie mich zum Essen ein. Ihr Vater war nicht zu Hause. Sie schöpfte mir aus einem großen, silbernen Topf Suppe in einen Teller. Ich sagte, gut schmeckt die Suppe, aber zu wenig Salz. Da ging sie in die Küche und holte einen Salzstreuer. Ich salzte und aß alles auf. Danach ging ich wieder nach Hause. Ich hatte ja nicht weit.
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III
Ich klopfte an der Türe des Nachbarn und seine Tochter öffnete mir. Heute lade ich dich zu meiner Geburtstagsfeier ein, sagte ich.
Als sie bei der Feier eintraf, bot ich ihr eine Schüssel Suppe an. Viele Leute standen und saßen im Raum verteilt. Später tanzte ich am Tisch. Sie kam herauf und ich fragte, ob ihr die Suppe geschmeckt hatte. Gerade recht, sagte sie und ich sagte auch: gerade recht.
Im Tanz küsste sie mit ihren beiden Lippen meine Zunge. -
IV
Einmal saß ich mit der Tochter des Nachbarn im Restaurant um die Ecke. Wir aßen je einen großen Teller Suppe. Vielleicht später noch einen Film auf die Suppe, sagte ich.
Gut schmeckt die Suppe, sagte sie, aber zu wenig Salz. Ich nahm ihre Hand und streichelte sie kurz. Da stand sie auf, ging zur Bar und holte einen Salzstreuer.
Später ging sie ins Ausland, wo sie eine neue Stelle antrat.