Lieber Dietmar,
soeben in S. angekommen. Schon am Busbahnhof bereute ich, ausgestiegen zu sein. So viele große Menschen mit großem Gepäck kamen mir entgegen. Ich sehe ganz alt aus mit meiner Seidenhandtasche, den Wandersandalen aus Vaters Jugend und dem Buckel, den ich mir während der zügigen Fahrt zugelegt habe. Im Café im Busbahnhof bekam ich mehrere lange Kaffees mit kurzen Keksen, erholte mich am Klo und stieg in einer Jugendherberge ab, aus der ich jetzt schreibe. Vielleicht finde ich hier Kontakt zur reisenden Jugend, so mein Kalkül, doch ich komme mir viel jünger vor, als diese Leute. Riesige Bärte, große Ohren und Brüste, wuchtig und rund waren präsent. In einem Reiseführer las ich aber von einer kleinen Insel in einem kleinen See unweit einer kleinen Stadt, die nicht weit von hier liegt. Ich möchte morgen die erste Fähre nehmen und mich nach einem Schlafplatz umsehen. Leider hält der Durchfall an und an den Waden fallen mir die Haare aus. Zeichen, die ich noch nicht zu deuten weiß. Drücke mir die Daumen.
Herzlich, T.