Liebe Henriette,

gestern wanderte ich einen Hügel hinauf, den eine Burg verzierte. Ich ließ recht gewöhnlich Schritt auf Schritt folgen – du weißt schon, was ich meine. So ging ich bis ich einschlief. Der Kopf wackelte am fortschreitenden Körper und der Mund, so nehme ich an, stand offen und speichelte. Am Eingang der Burg weckte mich eine Souvenirverkäuferin. Ich winkte ab, setzte mich neben eine alte Kanone in schwarz, wobei ich aufwachte. Beim Rückweg schliefen mir die Füße ein. Später die Beine, die Arme und Hände. Auch mein Bauch schlief ein, meine Brust und meine Schultern. Mit wachem Kopf torkelte ich den gepflasterten Weg hinab. Ich spürte nichts, außer dem Wind im Gesicht und nur das Gefälle schien mich zu bewegen. In der Stadt schlief dann auch mein Kopf ein, sodass ich vor einem Obstladen niedersank. Mein unruhiger Fuß hätte einen vorbeirollenden Paradeiser zertreten, erzählte mir der Obsthändler später. Deswegen hätte er mich aufwecken müssen. Er begann zu lachen und zwei Touristen stimmten mit ein. Heute versuche ich die Ereignisse einzuordnen und vieles kann ich nicht mehr nachvollziehen von dem, was geschehen war.

Fühl dich gegrüßt jetzt, T.