Liebe Felizitaz,
ich schlafe beständig unter Ventilatorengeräuschen ein und träume davon abgetrieben zu werden und auf offener See zu erwachen. Dann wieder Tag, Hitze, Strand und ich schaue den Badehosen beim Verschwinden in Arschritzen nach. Da bin ich ganz Maler und Prophet. Verstreut liegen riesige Mafiabosse bäuchlings im Seichten und lassen sich von den Wellen massieren. Gestrandete Walrosse, die harmlos wirken, sich hin und wieder wenden. Halbstarke im Motorschlitten brausen völlig ziellos der Küste entlang wie wirre Insekten. Ich aber werde immer empfindlicher, besonders was den Wellenschlag betrifft, welcher unermüdlich ist und keine Rast erlaubt. Beim Schwimmen blicke ich sehnsüchtig gegen die Küste. Irgendwo dahinter, sage ich, hinter dieser Küste, beginnt das Hinterland. Und hinter dem Hinterland ist irgendwo mein Heimatland. Dort muss ich hin. Doch noch bin ich verreist, soviel ist sicher.
In heftiger Umarmung, T.