Liebe Qilli,
du fragst dich wohl, und zu Recht, wie es mir geht und ich kann nur mit Ja antworten. Ich verbringe nun schon zwei Tage in einem winddurchpeitschten Küstenort und lass es mich so zusammenfassen: unbeholfen. Esse ständig Dosenfisch und Streichkäse, dazu reiche ich mir helles Brot und geplatzte Tomaten. Bin ständig im Schwindel wegen der Hitze und wegen des grausamen Anblicks des weiten Meeres. Immer wieder HipHop und Soul aus großen Boxen. Immer wieder heftiger Fleischgeruch, mächtige Rauchschwaden. Ich kauere derweil mit meinen Jausenbroten und Slim Tschick an schattigen Stellen am Strandrand. Verliere mich in Steinmuster und der Analyse von Krebstieren. Mache die Gesellschaft hier breiter, weißt du. Auf den Straßen versuche ich den riesigen SUVs und Mercedes Schlitten auszuweichen. Abends befällt mich völlig überfallsartig die Angst vor dem Übersetzen auf anderes Land. Ich bin da ganz bei den Möwen und ihrer Leidenschaft zur Küste.
Es schickt dir nachdenkliche Grüße T.