Liebe Qilli,
es ist ja nicht so, dass gar nichts passieren würde. So wurde mir kürzlich eine Lebensgeschichte erzählt, von der ich die Hälfte verstand. In der anderen Hälfte muss sich Ungeheueres getan haben. Wilde Gesten begleiteten das Reden des Mannes mit der Lebensgeschichte. Ich versuchte jeweils die richtigen Reaktionen zu finden, nippte bescheiden am Raki. Ebenfalls kürzlich begleitete mich ein Kind durch die Stadt. Fing sogleich zu sprechen an und hörte auf, nachdem ich ihm meine Münzen gegeben hatte. Als ich zurückblickte, sah ich, dass das Kind einen großen Sprung machte und die Münzen klimperten in seiner Hand. Die Begegnung mit der Frau mit den Maiskolben am Kohlegrill muss ich ebenfalls mit kürzlich datieren. Einer gefiel mir besonders gut. Den kaufte ich. Bevor ich abbeißen konnte, ließ sie etwas Salz durch ihre Finger auf meinen Kolben rieseln. Wie aufmerksam sie war. Mit ihrer schönen Stimme begleitete sie den Vorgang, mit Worten die ich nicht verstand, die wie Komplimente klangen. Den abgenagten Kolben steckte sie in einen dafür vorgesehenen Sack aus rauem Stoff. Dann holte sie ein weißes Taschentuch hervor, das sie, nachdem ich es nicht mehr brauchte, wieder entgegennahm. So ging es hin und her zwischen uns, ohne hitzig zu werden. Du merkst also, ich stehe in Kontakt mit den hiesigen Menschen.
Ich hoffe, du auch, herzlichst, T.