
Gedichte
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Kopfwehinsel
in der Gegend geht’s bergab
gefällt es dir bis zur Feige
bis zur abgebissenen Pappel
zum Nussbaum sowie Rosenstaude
ich bin’s glaub ich oder bin ich daheimdie zwei spazieren, nein, das sind wir
ködern sich, stoßen sich ab vom Verkehr
wartma in der Blutpflaume eine Weil
ich komm mit der Winterkaraffe daher
lassma die Krähen in der Wiese alleinder Plan ist ein Dach, das was abhebt
der angesagte Schauer heut zu Tag
eben dass wir uns nicht einmauern gleich
ich bin’s am langen Ast, bieg ab
hinter der Kopfwehinsel geht die Sonne aufAusgehen ist möglich ohne Ton doch
fast wie die Glocken zusammengependelt
du bist schon voraus stimmt’s
es ist reserviert an der Ecke Gerhardusgasse
ich komme nach mit unseren Strohhalmenum das Ufo rankt längst der Efeu
der Bäckereiduft gibt uns Mut
doch Spazieren tut jetzt nimmer Not
wir schauen nach der Post
wir steigen auf im Stiegenhaus -
warum nimmst du nicht mich
warum nimmst du mich nicht
ich habe Zähne im Halsstell mich auf mit Fingerzeig
ich enttäusche dich auchmit meinem langen Hals
mit der gefälschten Seide
aus der Hannovergasseim Winter komm ich nahe heran
lass mich bewerben
in deinen Mund sprechen: nimm michin der Feldarbeit verzögere ich
wie der Morast, die Komposterde
den Lehm greifen: verwende michwarum holst du mich nicht
ich mach dir das Spiel zu Fleiß
ich enttäusche dichmit meinem langen Hals
dem falschen Trikot
mit meinen Zähnen -
Küche
das Besteck ist in der Küchenlade
lustig, dass du fragst
auch ich stelle Fragen
wenn ich nicht grad nackt binoder warte lieber noch ab
die Möwen rücken jetzt nach
aber es spiegelt sich
schön, dass dir das gefälltich stell mich in die Türe
ich schlafe heute nicht mehr
lieb, dass du mich fragst
in deinem Federkleid -
am Tisch steht ein Glas
am Tisch steht ein Glas
schon wieder steht ein Glas am Tischam Tisch steht ein Glas
das hat rote Perlen am Halsund ein Raclettkäse
der immer noch anbrenntam Boden steht ein Kater
schon wieder steht ein Kater am Bodenam Boden steht ein Kater
der pfaucht und stürzt dann umund ein Teppichmuster
das ihn ganz einrahmtim Internet laufen die Pferde
in die Hände von Dschingis Khander Fensterflügel zittert
liebe Gäste fangen wir anam Tisch steht ein Glas
schon wieder steht ein Glas am Tisch -
du gibst mir den Raum
eine Hand passt aufs Gesicht
ein Kopf lehnt sich an
ein halber Baum steht daneben
von wegen Geben und Nehmendu gibst mir den Raum
den man heizen kanndraußen kann man nicht heizen
komm wir gehen reindas Tischbein ist gestohlen
das liegt bei mir im Bett
das halbe Leben leb ich schon
was träume ich davondu gibst mir den Raum
den man heizen kanndraußen kann man nicht heizen
komm wir gehen reindie Klupperl hängen wieder
zappeln im eisigen Wind
so viel Luft kann man nicht atmen
komm lass mich nicht wartenstreck dich nach dem Gesicht
dem Gesicht in deiner Wanddu gibst mir den Raum
den man heizen kann -
was machst du
was machst du
riechst an deinem Schuh
holst wieder Klopapierstapelst die Rollen
öffnest die Türe
das Zimmer ist hellkomm schon schwinge
häng an der Schnelle
verstelle den Tischso wie gestern
hol den Schuh
der dunkle Schuhwas hast du an
steckst schon fest
in deinen Taschenlöst die Nähte
öffnest die Türe
sitzt am Tischdu bröselst wieder
was machst du
nicht für Sachen -
das kann man knöpfen
kaum aus dem Zimmer
schon wieder im Umhang
in der langen Unterhosejetzt lasse ich mir helfen
das kann man noch knöpfen
doch die Ärmel fallen abumso besser stell ich mich vor
das kann man noch knöpfenso gehen wir auseinander
der Bus geht um 11niemand der sich vorstellt
auch der Fahrer steigt ausso kommen wir heim
für eine Aussprache
ein Brot ohne Rindeich lese das Amtsblatt
dass sich die Pflasterung lohnt
sie fahren schon fortich bleibe daheim
heute gehe ich
aus mir rausam Kanal bin ich gefällig
stell mich vor die Krähensie lassen sich streicheln
greifen mich annehmen mein Gewand
sie beißen den Stein
aus mir raus -
die Kindln
morgen gehen die Kindln spazieren
sie liegen am Parkett die Marionetten
die sich nicht entwickelnund nicht ins Spiel finden
kein Erdreich im Gründerzeithaus
kein Boden locker genugjetzt wo die Fenster öfter aufgehen und
das Beamtengras war doch schon beim Frisör
morgen sagen wir Komplimenteauch Frau Makay wird uns hören
sie war Straßenbahnfahrerin
im Einundsiebzigerja unter der Abwasch liegt ein Plektrum
zwischen den Fenstern ein Rasierapparat
auf der Kredenz notiere ich eiligwenn wir aufwachen und schlafen
gehen die Kindln
spazieren -
bevor ich mich hinleg
bevor ich mich hinleg
öffne ich die Speis
schau mir den Vorrat anich gehe in den Gang
streichle das Geländer
liebe Nachbarn schautsWasser find ich im Krug
das bekommt der Kaktus
der wird sich schon freuenein Teller wasch ich ab
Gabeln in die Lade
da klirrt es für michbald ist das Bett warm
ich fehle unter der Decke
bevor ich mich hinleg